Kolumne | Pflanzen in Ton

Die Pflanzen-Community ist wirklich etwas ganz besonderes. Jeder hilft jeden und man kann ganz wunderbare Gespräche miteinander führen, aber gerade bei den Töpfen und dem Substrat scheiden sich wirklich die Geister!

Heute möchte ich euch etwas mehr über Ton bzw. Terracotta erzählen!

Die meisten Gärtner haben schon vor Jahrzenten auf Plastik umgestellt und auch in Privathaushalten zeigt die Praxis, dass sich Pflanzen in Kunststoffgefäßen absolut wohlfühlen und gerade für Pflanzenanfänger sehr viel leichter zu pflegen sind! Die Gründe liegen vor allem in der wasserabweisenden Eigenschaft. Die gesamte Feuchtigkeit wird in der Erde gespeichert und überschüssiges Gießwasser kann durch die Löcher am Boden ablaufen. Dadurch ist Staunässe oder Übergießen so gut wie unmöglich! Und da die meisten Plastikgefäße jetzt nicht so ästhetisch aussehen, werden diese einfach in stylischen Übertöpfen versteckt.

Ich persönlich habe auch so angefangen, habe meine Pflanzen aber schon nach einigen Monaten in Tongefäße umgesetzt. Ich liebe es!
Ton ist kein wasserabweisendes Material. Hier nimmt der Topf selbst überschüssiges Wasser auf und gibt es über einen undefinierbaren Zeitraum, der natürlich immer von der aktuellen Witterung und dem allgemeinen Zustand der Pflanze abhängig ist, wieder an die Erde ab. Andersherum gesehen kann sich die Pflanze aber auch das überschüssige Wasser aus dem Ton ziehen. Quasi als Vorratsspeicher!

Sukkulenten und Kakteen gieße ich eigentlich nur noch von außen. Einige meiner Pflanzen sind so dicht gewachsen, dass ich nicht das Gefühl habe, sie mit der normalen Bewässerung ordentlich versorgen zu können. Daher gieße ich das Wasser in die Unterlegschale meines Tontopfes und lasse die Pflanze sich selbst versorgen. Das klappt wunderbar!

Der Ton kontrolliert auch sehr schön die Temperatur im Inneren. Durch die Verdunstung des Wassers über die Wände kühlen die Pflanzenwurzeln aus, da bei der Umwandlung in Wasserdampf Energie verbraucht wird. Gerade bei Zimmerpflanzen ist dies im Sommer ein klarer Vorteil!

Ebenso wie die Plastikgefäße, haben die Töpfe ein Loch auf der Unterseite, durch das überschüssiges Wasser ablaufen kann. Ich persönlich lege hier nochmal eine Tonscherbe darüber, bevor ich die Pflanze mit dem neuem Substrat einsetzte um ein Verstopfen zu verhindern und einen ungehemmten Wasserabfluss zu sichern.

Es gibt aber auch einen wirklich unschöner Nachteil beim Ton …
Da das Wasser an der Außenwand verdunstet, entstehen immer wieder weiße Kalkflecken. Die Töpfe müssen also regelmäßig gereinigt werden. Wird der Topf nicht beachtet können auf längere Zeit gesehen auch Moose und Flechten entstehen.

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