Kolumne | Warum lese ich?

In meinem Alltag ist dies wohl eine der meistgestellten Fragen!
Einerseits ist meine Familie froh darüber, dass sich meine Leidenschaft auf Bücher bezieht, die Bildung und Allgemeinwissen fördern, dennoch finden sie mein Verhältnis zu ihnen mittlerweile alles andere als gesund. Andererseits bekomme ich diese Frage auch von Außenstehenden gestellt, die in der Regel aus allen Wolken fallen, wenn sie hören, dass ich stellenweise zwischen 10 und 15 Büchern im Monat lese und viele Jahre keinen Fernseher besessen habe …

Neben meinen Tieren und den Pflanzen ist das Lesen für mich meine schönste Freizeitbeschäftigung. Viele Jahre, in denen es mir Gesundheitlich nicht sonderlich gut ging, waren die Bücher mein Ankerpunkt und ich konnte viel Kraft und Ruhe aus den Geschichten ziehen. So konnte ich aus meinem Tagestrott entfliehen und auch heute noch, gerade bei diesem schmuddeligen grauslichen Winterwetter tut es mir unheimlich gut, meine Fantasie auf Reisen zu schicken und in andere Welten abzutauchen.

Das Leben kann oft ganz schön herausfordernd und anstrengend sein und vielen fällt es schwer, nach einem stressigen Arbeitstag zur Ruhe zu kommen. Bei mir ist das auch so! Ich genieße es, mich mit einer Tasse Kaffee oder Tee auf die Couch zu kuscheln, die schnurrende Katze auf meinem Schoß und mich in ein spannendes Buch zu vertiefen. Da merke ich unheimlich schnell, wie der Stress von meinen Schultern abfällt und das Rattern im Kopf langsam nachlässt. Erholung Pur!
Außerdem ist lesen wohl die günstigste Art zu reisen. Geschichten geben Einblick in das Leben Anderer, in ihre Gedanken, ihre Arbeit und Gewohnheiten. Man lernt ferne Orte kennen und erlebt fremde Kulturen. Ich schaue so über den Tellerrand und erweitere meinen Horizont!

Ich gehe auch so weit zu behalten, dass mich die Bücher gerade zu meiner Schulzeit stark gefördert und im Leben weitergebracht haben, denn „Lesen bildet“!
Hier spreche ich aber gar nicht von dem Allgemeinwissen, das sie uns vermitteln, sondern von den Worten an sich! Durch regelmäßiges Lesen erweitert sich automatisch unser Wortschatz. Je häufiger man mit unterschiedlichen Wörtern konfrontiert wird, desto leichter prägen sich diese auch bei uns ein. Liest man Textstellen laut vor, gehen Wörter noch leichter vom passiven in den aktiven Wortschatz über.
Natürlich nimmt dies auch Einfluss auf unseren eigenen Schreibstil. Je mehr man liest, desto leichter wird man sich beim Formulieren von Aufsätzen oder anderen Schriftstücken tun. Die Rhetorik geht auf die eigene Denkweise über, man wird in der gedanklichen Aufnahme und Verarbeitung schneller und auch vielfältiger. Die gesamte Kopfarbeit wird angeregt!

Durch das Abtauchen in Geschichten wird aber auch unsere Vorstellungskraft geschult! Ich denke, das ist auch gerade für die Entwicklung unserer Kinder wichtig. Anders als im Kino sind wir es selbst, die die Bilder zum gelesenen oder vorgelesenen Text entstehen lassen müssen. Regelmäßiges Lesen hat also auch positiven Einfluss auf unsere Kreativität! Unser Einfallsreichtum und das Vorstellungsvermögen verbessern sich und auch im Erwachsenenalter zahlt sich Kreativität aus, ist sie doch eine wichtige Voraussetzung für einen gesunden Umgang mit Konflikten.

Studien zeigen, dass Menschen, die sich in ihrem Leben besonders häufig mit komplexen geistigen Aufgaben beschäftigen und ihr Gehirn immer wieder herausfordern, auch im Alter länger mental fit bleiben. Durch regelmäßiges Lesen und der stetigen Aufnahme neuer Informationen, wird das Gehirn optimal gefordert und das Gedächtnis trainiert, so dass es im Alter noch starke Leistung erbringen kann.

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