Kolumne | Wie Bücher Kinder stärken …

Die Ritter und Helden in den Geschichten unserer Kindheit begleiten uns in der Regel ein Leben lang. Unterschwellig unterstützen sie uns schon in jungen Jahren bei der Bewältigung schwieriger Situationen, bereicherten unseren Alltag und weckten in uns die Fantasie.

Natürlich bieten Bücher den Kindern auch die Möglichkeit, in eigene Welten abzutauchen, sich auf Phantasiereisen zu begeben und dem Alltag zu entfliehen. Das entlastet die Kinderseele!

Bücher bieten unseren Kindern die Möglichkeit, sich an Anderen zu orientieren, aus ihrem Verhalten zu lernen und eigene Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Sie verhelfen dazu, das noch schwache Selbstbewusstsein zu stärken und fördern die Entwicklung der eigenen Identität.

Auch Fragen wie „Wer bin ich?“ und „Wer will ich sein?“ können durch die Helden in den Kinderbüchern beantwortet werden. Diese Identifizierung spornt an und motiviert!

Zudem entwickeln Kinder, die regelmäßig vorgelesen bekommen oder die später regelmäßig selbst lesen, ein höheres Maß an Selbstwirksamkeitserleben und Kontrollglauben.

Durch die verschiedensten Geschichten kommen die Kinder auch mit unterschiedlichen moralischen Vorstellungen und kulturellen Aspekten in Kontakt, was für mich auch ein weiterer wichtiger Punkt in ihrer Persönlichkeitsentwicklung ist. Lesen fördert soziale und emotionale Kompetenzen, indem es den Perspektivwechsel trainiert und eine differenzierte Auseinandersetzung mit den Emotionen ermöglicht.

Dies schließt natürlich auch Erfahrungen wie die Geburt eines neuen Geschwisterchens, der Scheidung der Eltern, aber auch den Tod einer geliebten Person nicht aus. Bücher bieten zwar nicht die Lösung, können aber eine große Hilfe für die Erwachsenen sein, um ihnen Kindern die neue Situation näher zu bringen.

Ein großartiges Buch für Schulanfänger, die oft mit der neuen Lebenssituation und den ersten Anforderungen von außen überfordert sind, ist „Das kleine Wutmonster“.
In meinem Bekanntenkreis habe ich ein junges Mädchen, die ihre Wut in Auseinandersetzungen mit anderen Kindern nicht kontrollieren konnte. Mit Hilfe dieses Buches bekam sie eine Idee davon, wie man seine Gefühle steuern kann und ihnen nicht machtlos ausgeliefert ist. Natürlich ist hier auch der Umgang der Eltern mit ihrer Tochter ganz entscheidend und in meinen Augen trägt auch die Lehrerin im Klassenzimmer einen großen Teil dazu bei.
Das Mädchen konnte sich gut mit dem Kinderbuchhelden identifizieren. Das machte es ihr leichter, im Alltag umzudenken. Mit Hilfe der Erwachsenen und dem kleinen Helden in ihrem Hinterkopf, lernte sie die Zusammenhänge besser zu verstehen.

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