„Leo Berlin“ | Susanne Goga

Autor:  Susanne Goga
Verlag:  dtv Verlag
Genre:  Kriminalroman
1. Fall von Leo Wechsler
Seitenzahl:  276
ISBN:  978-3-423-21390-5

Wer hat den Wunderheiler mit dem Jade-Buddha erschlagen?
Und gibt es einen Zusammenhang mit der ermordeten Prostituierten im Scheunenviertel?
Kommissar Leo Wechsler ermittelt im Berlin der zwanziger Jahre

Meine Meinung

In „Leo Berlin“ begleiten wir Leo Wechsler und die Berliner Mordkommission bei ihrem ersten Fall.
1922. In Berlin wird ein charismatischer Wunderheiler, dessen Klientel überwiegend aus der betuchten Oberschicht stammt, in seiner Wohnung erschlagen aufgefunden. Kurz darauf gibt es einen weiteren Mord: Eine 50-jährige Prostituierte wird in ihrer ärmlichen Unterkunft erdrosselt. In beiden Fällen ermittelt Wechsler mit seinem Team.
Obwohl die Mordopfer aus völlig unterschiedlichen Milieus stammen, vermutet der Kommissar schon bald einen Zusammenhang …

„Leo Berlin“ ist zwar flott und mitreißend geschrieben, bleibt aber ein Kriminalfall, der etwas leiseren Töne, was in meinen Augen aber eventuell auch an der Perspektive liegen könnte. Überwiegend lesen wird diese aus der Sicht des Kommissars, wir springen aber immer wieder direkt in den Kopf des Mörders. Anders als ich es zu Beginn erwartet habe, wird dessen Identität von Susanne Goga bereits nach dem ersten Drittel offen gelegt und wir können so sehr gut in seine Gedankengänge hineinschauen und bekommen sein skurriles Handeln in all seinen Facetten mit. Wirklich spannend gemacht!

Leo Wechsler als Hauptprotagonist wirkt authentisch und sympathisch. Man bekommt einen guten Einblick in seine kriminalistische Arbeit, ohne dass diese jedoch zu viel Raum einnimmt. Auch sein Privatleben wurde von der Autorin toll ausgearbeitet:  Er ist trotz seiner erst 34 Jahre bereits Witwer und lebt mit seinen beiden Kindern Marie und Georg allein. Unterstützt wird er von seiner älteren Schwester. Da der Kommissar in seinem Beruf keine regelmäßigen Arbeitszeiten hat und seine Familie dadurch zwangsweise vernachlässigt, ist das Verhältnis der Beiden nicht immer das Beste!

Susanne Goga schreibt aber auch über das entbehrungsreiche Leben in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, wenn auch politischen Themen weitestgehend nur angedeutet werden. Mehr Raum bekommt das Leben der Bevölkerung in der Großstadt Berlin. Diese sind anschaulich und authentisch beschrieben.

Ein toller Startschuss in die Reihe und ich freue mich schon auf die weiteren Fälle …

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