„Letzte Ernte“ | Tom Hillenbrand

Autor:  Tom Hillenbrand
Verlag:  Kiepenheuer & Witsch
Genre:  Kulinarischer Kriminalroman
3. Fall von Xavier Kieffer
Seitenzahl:  316
ISBN:  978-3-462-04533-8

Ein Glas Wein, Rieslingpastete und danach ein Stück Quetschetaart mit Sahne – auf der Luxemburger Sommerkirmes lassen es sich der ehemalige Sternekoch Xavier Kieffer und seine Freundin, die Gastrokritikerin Valérie Gabin, richtig gut gehen. Doch plötzlich wird sie von einem Fremden attackiert. Als der Mann verschwindet, hinterlässt er eine Magnetkarte. Am nächsten Morgen wird er unter der Roten Brücke tot aufgefunden. Was wollte er von Valérie Gabin? Was hat es mit der Chipkarte auf sich? Und warum sind auf einmal so viele Leute hinter Xavier Kieffer her?
Der Luxemburger Koch steht plötzlich im Zentrum einer Verschwörung und erkennt, dass seine Freundin in höchster Gefahr schwebt.

Meine Meinung

Mit „Letzte Ernte“ starten wir in den dritten Fall für den Luxemburger Koch und Hobbydetektiv Xavier Kieffer. Dieses Mal steckt er mitten in den Vorbereitungen für die Luxemburger Sommerkirmes, für die er einen der begehrten Standplätze ergattern konnte. Dort will er seine beliebten Gromperekichelcher (Kartoffelpuffer) und andere Spezialitäten aus der Region anbieten. Selbst für die passende Livemusik hat er gesorgt! Als Xavier mit ein paar Freunden und seiner Lebensgefährtin die Eröffnung des Standes feiert, torkelt ein Kirmesbesucher in seinen Gruppe, fängt fast eine Schlägerei an und verwüstet Teile des Standes. Er verschwindet im Gewahrsam zweier Begleiter und hinterlässt nur einen geheimnisvollen Schlüsselbund und eine Elektronische Keycard.
Als Xavier dem Mann am nächsten Tag seine Sachen wiedergeben möchte, ist dieser Tod! … Und Xavier Kieffer schlittert wieder in einen neuen kniffligen Kriminalfall!

Anders als bisher, geht es in „Letzte Ernte“ weniger um das Kochen und um den Genuss, dafür vermehrt um Technologie. Die Magnetkarte des russischen Kirmesbesuchers verbirgt ein Geheimnis, das Kieffer nicht allein lösen kann. Er macht sich auf die Suche nach Spezialisten und erfährt so einiges über das Börsengeschäft. Dabei sind die Methoden des quirligen Koches unkonventionell, führen ihn aber immer ans Ziel. Auch wenn er dabei einige Umwege in Kauf nehmen muss!

Tom Hillenbrands kulinarische Kriminalromane sind ebenso spannend wie informativ. Sein Schreibstil ist leicht und lebendig und die Charaktere werden unheimlich gut beschrieben. Die Geschichte besticht durch thematische Raffinesse und bleibt spannend bis zur letzten Seite! Durch die starken Wendungen bleibt auch der Schluss für mich wieder unvorhersehbar.

Xavier Kieffer ist als Ermittler ebenso pfiffig wie neugierig, aber auch Luxemburg selbst und das dortige Lokalkolorit kommen hier nicht zu kurz.

Leider war mir in diesem Band Xaviers Lebensgefährtin Valerie Gabin ein Dorn im Auge. Fragt mich nicht warum, aber im Laufe dieser Geschichte ist sie mir wirklich unsympathisch geworden. Ihr Charakter liegt mir immer weniger. Wenn man sich die anderen Nebendarsteller ansieht, fällt ihre Person einfach ab. Zudem gerät die Beziehung der Beiden durch die räumliche Trennung immer wieder in schleppende Phasen. Manchmal hören sie tagelang nichts voneinander und wenn sie dann doch endlich mal Zeit füreinander haben, erleben sie die merkwürdigsten Dinge.

Auch in diesem Kriminalroman gibt es wieder ein paar Fernsehköche, die im Großen und Ganzen zwar nur eine Nebenrolle spielen, vom Autor aber leicht überzeichnet und doch sehr authentisch beschrieben werden, dadurch sind sie gut in meinem Gedächtnis haften geblieben. Ich fand es faszinierend welche realen Vorlagen man da wiederfindet …

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