Österreichischer Buch- und Debütpreis

Der Österreichische Buch- und Debütpreis wird seit 2016 jährlich vom Bundeskanzleramt der Republik Österreich, der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels und der Arbeiterkammer Wien vergeben.
Ziel des Wettbewerbs ist es, die Qualität und Eigenständigkeit der österreichischen Literatur zu würdigen und ihr im gesamten deutschsprachigen Raum die gebührende Aufmerksamkeit zu verschaffen. Der Preis ist mit insgesamt € 45.000,- dotiert.

Auch beim Österreichischen Buchpreis wird die Auszeichnung durch eine unabhängige Fachjury vergeben!

Nähere Informationen …

Eine kleine Vorhersage in eigener Sache …
Ich liebe es, die Titel der Buchpreise zu entdecken. Da die Erscheinungstermine der Longlisten meistens in die Sommermonaten fallen und diese bei mir arbeitstechnisch sehr stressreich sind, beginne ich meine Lesereise in der Regel erst in im Herbst und verfolge die Long- und Shortlisten der Buchpreise über das ganze Jahr hinaus. Ich habe für mich so das richtige Maß gefunden!

Die Preisträger
des österreichischen Buch- und Debütpreis 2018

 

Wir gratulieren von ganzen Herzen!

„Königin der Berge“
von Daniel Wisser
„Alles was glänzt“
von Marie Gamillscheg
Die Shortliste 2018 wurde endlich veröffentlicht!

Auch beim Österreichischen Buchpreis finden sich einige namenhafte Autoren, die mich schon in den letzten Jahren von ihrem Können überzeugen konnten.

Die Shortlist ist dieses Jahr ganz nach meinem Geschmack und ich denke, ihr werdet hier noch einige Rezensionen vorgestellt bekommen!

Milena Michiko Flasar  |  „Herr Kato spielt Familie“

Den ehemaligen Kollegen hat er immer beneidet. Um den Ruhestand, das Motorrad und die neue Freiheit. Doch jetzt steht er selbst frisch verrentet auf den bemoosten Treppen vor seinem Haus und weiß nicht wohin. Eine Krawatte braucht er nicht mehr, zu Hause ist er im Weg, die Kinder sind längst ausgezogen. Ob die junge Frau, die er jüngst auf dem Friedhof getroffen hat, ihm nur etwas vormacht, vermag er nicht zu sagen. Er ist aus der Übung. Und dennoch nimmt er ihren Vorschlag an, lässt sich von ihrer Agentur »Happy family« mal als Opa, mal als Exmann, dann wieder als Vorgesetzter engagieren und trifft auf fremde Menschen und Schicksale. Er spielt seine Rollen gut, und seine Frau bekommt von alledem nichts mit. Sie hat wieder angefangen zu tanzen …

Die Autorin konnte mich bereits mit ihrem Vorgängerroman überzeugen und auch dieses Buch werde ich wieder lesen!

Gerhard Jäger  |  „All die Nacht über uns“

Die Chronik einer Nacht, die Chronik eines Lebens. Ein bestechender Roman über Schuld und Verlust, Flucht und Heimat, die Liebe und ihre Vergänglichkeit – dicht komponiert und packend erzählt. Ein Soldat allein auf dem Wachturm. Er bewacht eine Grenze, die unvermutet traurige Relevanz erhalten hat. Seine Gedanken wandern immer wieder zurück in der Zeit, zurück zu einem Leben voll Liebe und Glück, das jäh eine Kehrtwende erfahren und ihn gebrochen zurückgelassen hat. Die Nacht ist lang, da ist Regen, da ist Sturm, da ist Verzweiflung und Aufruhr und ein Gesicht auf der anderen Seite des Zaunes, ein Mann auf der Flucht –  so wie der Soldat selbst …Hält der Grenzzaun, halten die inneren Dämme?

Eine schwere Thematik, bei der ich mir auf jeden Fall noch den Schreibstil näher anschauen möchte.

Heinrich Steinfest  |  „Die Büglerin“

Tonia Schreiber ist Büglerin. Mit der Hand bügelt sie die Wäsche ihrer vermögenden Heidelberger Kunden. Die Arbeit erledigt sie mit Sorgfalt und Präzision, obgleich sie schlecht bezahlt wird. Denn das Bügeln ist ihre Form der Buße. Sie büßt für eine Tat, die ihr Leben unwiderruflich verändert hat. Ein Leben, das unter den besten Vorzeichen stand: Als Tochter renommierter Botaniker verbrachte sie ihre Kindheit auf einer Segeljacht. Später lebte sie in Wien in der elterlichen, mit Aquarien ausgestatteten Villa und zog gemeinsam mit ihrer Halbschwester ihre Nichte Emilie auf. Bis Emilie auf tragische Weise starb. Und Tonia alles aufgab, ihre Freunde, ihren Reichtum, die Wissenschaft. Sie verließ ihre Heimatstadt Wien und begann zu bügeln. Doch das Leben ist noch nicht ganz fertig mit ihr. Denn der Zufall spielt ihr etwas in die Hände, das Emilies Tod in ein anderes Licht rückt.

Auch Heinrich Steinfest ist eine Größe in Oberösterreich. Ein Autor mit einem tollen, wenn auch oft bitterbösen Humor, der den Leser abholt und nicht mehr loslässt! Das Buch wird auf alle Fälle gelesen!

Josef Winkler  |  „Lass dich heimgeigen, Vater, oder Den Tod ins Herz mir schreibe

Erst vor wenigen Jahren hat Josef Winkler erfahren, dass sein Kärntner Landsmann Odilo Globocnik, der sich als Leiter der „Aktion Reinhardt“ mit den Worten „Zwei Millionen ham‘ ma erledigt“ des Massenmords an den Juden gerühmt hatte, nach seinem Zyankali-Freitod im Mai 1945 auf einem Gemeinschaftsfeld von Winklers Heimatdorf Kamering verscharrt wurde, in den „Sautratten“ – dort, wo Winklers Vater und Großvater ihr Getreide anbauten und ernteten. In einem bösen Wortmarathon exhumiert der Autor das Skelett des SS-Massenmörders – und mit dem Skelett die Geschichte Kamerings nach dem Krieg. Ausgrabung und die neuerliche Visitation des vielleicht meistbeschriebenen Dorfs der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur ergeben: Der Boden, auf dem Kamering steht, ist vergiftet. Lass dich heimgeigen legt den Finger in die Wunde eines Jahrzehnte währenden kollektiven Verschweigens.

Josef Winkler ist mir selbst zwar noch kein Begriff, aber der Kärntner Autor ist in Österreich auf jeden Fall ein Begriff. Vom der Thematik interessiert mich das Buch auf alle Fälle schon mal sehr!

Daniel Wisser  |  „Königin der Berge“

Robert Turin, Mitte vierzig, will in der Schweiz sterben, denn dort könnte er selbst bestimmen, wann es so weit ist. Lieber noch wäre es ihm, er wäre nicht unheilbar krank, aber an der Diagnose ist nicht zu rütteln: Multiple Sklerose. Um seiner Frau nicht zur Last zu fallen, übersiedelt er in ein Heim, freiwillig und vor der Zeit. Doch pflegeleicht ist der verschrobene Patient nicht, das merken die Schwestern bald. Während sich sein Zustand verschlechtert, beschließt er, seinem Leben ein Ende zu setzen, bevor es zu spät ist. Doch so einfach ist das nicht: So wie er im Alltag auf Unterstützung angewiesen ist, um vom Bett in den Rollstuhl zu kommen, damit er in der Kantine sein tägliches Quantum Wein trinken kann, braucht er auch zum Sterben Hilfe. Aber wer fährt ihn in die Schweiz? Und wie kann er ihn (besser: sie) dazu bringen? Turin versucht es mit Charme, denn wie Uber funktioniert, kann ihm keiner sagen …

Ich kann mir den verschrobenen Patienten schon richtig gut vorstellen, aber ich glaube die Thematik mit der Multiple Sklerose würde mir etwas zu sehr an die Nieren gehen. Mal schauen, ob ich mich da drüber traue!

Shortlist Debütpreis 2018

Auch die drei nominierten Titel des Österreichischen Debütpreis sind nun online …

Ljuba Arnautovic  |  „Im Verborgenen“

Genofeva arbeitet in der Kanzlei des Oberkirchenrats in Wien. Es ist das Jahr 1944. Niemand ahnt, dass sie in ihrer Wohnung über Monate hinweg Menschen versteckt. Niemand weiß auch um ihre politische Vergangenheit, die sie selbst in größte Gefahr bringen könnte.
Sie muss ihren Schmerz und ihre Einsamkeit verbergen: Beide Söhne befinden sich seit Jahren in der UdSSR und der Kontakt zu ihnen ist abgerissen. Ihr Mann ist längst in Australien und damit in einem anderen Leben angekommen.
Eines Tages trifft Genofeva, die sich Tante Eva nennen lässt, auf Walter. Auch er muss schließlich in ihr Versteck fliehen. Dort kommen sich die zwei verlorenen Seelen näher.

Ein spannendes Thema, ich hoffe die Liebesgeschichte nimmt hier nicht die Oberhand. Anschauen möchte ich mir das Buch auf jeden Fall …

David Fuchs  |  „Bevor wir verschwinden“

Eine zärtliche Liebe unter ungewöhnlichen Umständen! Als angehender Arzt absolviert Benjamin ein Praktikum auf der Krebsstation. Dass er dort ausgerechnet auf seine Jugendliebe Ambros trifft, hätte er sich nicht träumen lassen. Ambros wird als Patient behandelt, sein Körper ist voller Metastasen. Inmitten des Krankenhausalltags nähern sich die Beiden behutsam wieder aneinander an. Zwischen resoluten Krankenschwestern und röchelnden Zimmernachbarn, jovialen Oberärzten und unbelehrbaren Notfallskandidaten ist ihnen bewusst, dass es die Augenblicke sind, die ihnen bleiben …

Ohweh! Wieder eine Krebsthematik, damit kann ich nicht wirklich umgehen. Ich hab zwar nur gutes von dem Buch gehört, aber ich muss erst schauen, ob ich mich da drüber traue!

Gamillscheg Marie  |  „Alles was glänzt“

Tief in den Stollen des alten Bergwerks tut sich was – und alle im Dorf können es spüren. Die Wirtin Susa zum Beispiel, wenn sie im „Espresso“ nachts die Pumpen von den Ketchup-Eimern schraubt. Oder der alte Wenisch, ihr letzter Stammgast. Sogar der Bürgermeister, wenn er nicht gerade auf Kur ist. Zuallererst aber hat es der schweigsame Martin gespürt, bis er dann eines Morgens die Kontrolle über sein Auto verlor. Es ist, als würde der Berg zittern, als könne er jeden Augenblick in sich zusammenbrechen. Für die junge Teresa und den Neuankömmling Merih ist die Sache klar: Sie will sich endlich absetzen aus dem maroden Ort, er hingegen sucht einen Neuanfang – ausgerechnet hier.

Interessanter Inhalt. Mal schauen, ob das Buch mich auch wirklich mitreißen kann!

Longlist 2018

Leider haben es diese Titel nicht in die engere Auswahl für den österreichischen Buchpreis geschafft …
Und ich muss mich ehrlich fragen: Bitte warum nicht? … Es sind wirklich tolle Autoren und interessante Geschichten hier vertreten!

Mareike Fallwinkl  |  „Dunkelgrün fast Schwarz“

Raffael, der Selbstbewusste mit dem entwaffnenden Lächeln, und Moritz, der Bumerang in Raffaels Hand: Seit ihrer ersten Begegnung als Kinder sind sie unzertrennlich, Raffael geht voran, Moritz folgt. Moritz und seine Mutter Marie sind Zugezogene in dem einsamen Bergdorf, über die Freundschaft der beiden sollte Marie sich eigentlich freuen. Doch sie erkennt das Zerstörerische, das hinter Raffaels stahlblauen Augen lauert. Als Moritz eines Tages aufgeregt von der Neuen in der Schule berichtet, passiert es: Johanna weitet das Band zwischen Moritz und Raffael zu einem fatalen Dreieck, dessen scharfe Kanten keinen unverwundet lassen. Sechzehn Jahre später hat die Vergangenheit die drei plötzlich wieder im Griff, und alles, was so lange ungesagt war, bricht sich Bahn – mit unberechenbarer Wucht.

Ein toller Roman, von dem man nur Gutes hört und der schon auf meiner Wunschliste auf mich wartet!

Arno Geiger  |  „Unter der Drachenwand“

Unter der Drachenwand ist der Roman eines Jahres: 1944. Der Krieg ist verloren, aber wie fern ist der Frieden? Einen Monat? Ein Jahr? Und was kommt dann? Kann es wirklich noch einmal besser werden?
Unter der Drachenwand zeigt drei junge Leute, die nicht wissen, wie es weitergeht: Veit, seit mehr als fünf Jahren Soldat, ausgelaugt und erschöpft, die Lehrerin Margarete mit fünfunddreißig aus Wien verschickten Mädchen, die Darmstädterin Margot mit ihrem Baby.

Ein toller österreichischer Autor, der mich noch nie im Stich gelassen hat und dessen Geschichten mich immer tief bewegen und mitreißen. Derzeit nicht meine Nummer Eins, das Buch wird aber sicher bald zur Hand genommen.

Hanno Millesi  |  „Die vier Weltteile“

Zwei Erwachsene, vier Kinder, ein Museum mit klassischen Gemälden: Was als gewöhnlicher Ausflug beginnt, wird von einem Anschlag im Foyer des Gebäudes durchbrochen. Gemeinsam mit den Museumsbediensteten versuchen die Erwachsenen Normalität vorzutäuschen, doch mit ihren vorwitzigen Fragen zu den Heiligen und Helden, Märtyrern und Ungeheuern auf den Gemälden machen ihnen die Kinder dieses Vorhaben nicht gerade leicht.

Eine Geschichte, die ich zwar im Auge behalten möchte, aber ich denke nicht, das ich dieses Buch in nächster Zeit zur Hand nehmen werde

Margit Schreiner  |  „Kein Platz mehr“

Zettel, Tagebücher, Korrespondenzen, Zeitungsartikel, Fotos, Nippes aller Art: »Allein die Dinge, die sich im Laufe eines Lebens ansammeln!« Gewohnt überspitzt und mit reichlich schwarzem Humor wettert Margit Schreiner über die Fülle, mit der wir uns tagtäglich umgeben. Dabei bleibt niemand verschont: Bruno stapelt Unterlagen in seiner neu hinzugemieteten (um Platz zu schaffen!) Bibliothek, Hans und Maria kaufen zwar nichts Neues, schmeißen aber auch nichts weg, Rudi und Franca leben in einem vollgestellten Schloss am Lago Maggiore und selbst bei Willi auf dem Land wird es eng. Da hilft nur das Aus- und Aufräumen wenngleich dies noch mehr zutage fördert.

Also vom Klappentext her, könnte das Buch wirklich amüsant und lustig werden. Hat das Buch schon jemand gelesen?

Robert Seethaler  |  „das Feld“

Wenn die Toten auf ihr Leben zurückblicken könnten, wovon würden sie erzählen?
Wäre es eine Geschichte oder die Erinnerung an einem Moment, an ein bestimmtes Gefühl, eine Regung?

Einer wurde geboren, verfiel dem Glücksspiel und starb. Ein anderer hat nun endlich verstanden, in welchem Moment sich sein Leben entschied. Einer erinnert sich daran, dass ihr Mann ein Leben lang ihre Hand in seiner gehalten hat. Eine andere hatte 67 Männer, doch nur einen von ihnen hat sie geliebt. Einer war vernünftig genug, sich seine Träume nicht zu erfüllen. Und einer dachte: Mann müsste mal raus hier. Doch dann blieb er!

Hier geht`s zur Rezension …