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  • „Blutacker“ | Lorenz Stassen

    Autor:  Lorenz Stassen
    Verlag:  Heyne Verlag
    Genre:  Thriller
    2. Fall für Nicholas Meller
    Seitenzahl:  350
    ISBN:  978-3-453-43944-3

    Seit der junge Anwalt Nicholas Meller den Angstmörder zur Strecke gebracht hat, geht es für ihn bergauf. Er hat zahlungskräftige Mandanten, ein neues Büro in der Innenstadt von Köln und mehrere Angestellte. Privat ist er mit Nina zusammengezogen,  einst seine Referendarin und jetzt Lebenspartnerin. Doch dann bringt Hauptkommissar Rongen eine beunruhigende Nachricht: Ein Paketbote wurde brutal ermordet – und das einzige entwendete Paket war adressiert an: Nicholas Meller. Die Schlinge um den Kopf von Nic und Nina zieht sich erbarmungslos zusammen!

    Meine Meinung

    Bedeutet Geld wirklich Macht?
    Nicholas Meller hat es geschafft. Nachdem er den „Angstmörder” zur Strecke gebracht hat, geht es mit seiner Karriere und dem Namen seiner Kanzlei steil bergauf. Mandanten aus den besten Kreisen geben sich die Klinke in die Hand, so dass er vor kurzem eine junge Kollegin einstellen konnte. Doch die Ruhe  findet schnell ein Ende als Kommissar Rongen auftaucht und ihm berichtet, dass ein Paketbote ermordet wurde. Es fehlen zwar einige Sendungen, aber das einzige Paket, das von Interesse sein könnte, war an Nicholas Kanzlei adressiert.
    Schnell stellt sich heraus, dass der Absender einen Termin bei ihm vereinbart hatte, um sich Rat bezüglich einer Zwangsversteigerung einzuholen …

    Ein ganz besonderes Goodie ist diesmal das Milieu, in dem die Geschichte angesiedelt ist. Nicholas Meller und seine Lebensgefährtin Nina Vonhoegen werden von Baron von Westendorff in die Welt des deutschen Adels eingeführt. Dabei verteilt der Autor ein paar gut platzierte Seitenhiebe gegen die High Society, was wieder diesen gewissen Humor hervor gekitzelt hat, der mir schon im ersten Band so gut gefiel.

    Ebenso wie schon in „Angstmörder“ verfolgen wir den Mordfall aus Anwaltssicht und bekommen dadurch nur sehr wenig Ermittlungsarbeit gezeigt. Der Autor verknüpft die Geschehnisse aber sehr gut mit Nicholas Mellers Arbeit und macht die Parallelen dadurch umso spannender und greifbarer.
    Lorenz Stassens Schreibstil war wieder sehr angenehm und lebendig. Durch die wechselnden Perspektiven bekommen wir immer mehr Einblick in den Verlauf der Geschichte und werden Zeugen von falschen Freundschaften, Intrigen und Machtspielchen. Natürlich ist Nicholas wie immer live dabei! Dem Autor gelingt es, die Spannung von Anfang bis zum Ende zu halten und baut gekonnt überraschende Wendungen ein, wobei lange Zeit nicht klar ist, was die Bösen tatsächlich vorhaben. Sowohl im Erzählstil, als auch im Aufbau der Geschichte, merkt man deutlich eine Steigerung zum ersten Band!

    Auch die Charaktere haben sich im Laufe der letzten Monate deutlich weiterentwickelt. Nicholas Meller ist immer noch ein sympathischer Mann, doch er genießt seinen Erfolg und forciert den Aufstieg in die besseren Kreise. Das Leben in Saus und Braus beeindruckt ihn und macht ihn in gewisser Weise auch unvorsichtig.
    Nina leidet immer noch unter den Erlebnissen mit dem Angstmörder. Sie ist sich unsicher, was sie nach ihrem Studium genau machen will und verbittert immer mehr. Das macht natürlich auch ihre Beziehung zu Nicholas schwierig, der fest davon ausgeht, dass sie später eine Stelle in seiner Kanzler übernehmen wird. Sie hilft ihm dabei, Informationen über den Paketbotenmörder zu finden.

    Ich bin schon gespannt, wie es mit den Beiden weitergeht und in welchem Milieu sie beim nächsten Fall ermitteln!

  • „Angstmörder“ | Lorenz Stassen

    Autor:  Lorenz Stassen
    Verlag:  Heyne Verlag
    Genre:  Thriller
    1. Fall für Nicholas Meller
    Seitenzahl:  352
    ISBN:  978-3-453-43879-8

    Als der notorisch erfolglose Anwalt Nicholas Meller die junge Nina empfängt, die sich bei ihm bewirbt, wird schnell klar: Nina sieht genauso gut aus wie auf dem Bewerbungsfoto, und – sie trägt einen körperlichen Makel. Ihr rechter Arm ist zurückgebildet. Ebenso schnell wird klar: Nina ist eine starke Frau, die kein Mitleid duldet und sich durchs Leben kämpft. Beide ahnen nicht, dass ihre Schicksale schon bald durch dramatische Ereignisse verschmolzen werden. Sie geraten in den Fall um einen unheimlichen Mörder, der seine Opfer mit chirurgischer Präzision einkreist und brutal umbringt. Was niemand weiß: Der Angstmörder hat sein nächstes Opfer schon ausgewählt …

    Meine Meinung

    Und wieder eine neue Thriller-Reihe aus der Feder eines deutschen Autoren!
    „Der Angstmörder“ erzählt einen geschickt aufgebauten Fall, der neben der Spannung auch mit viel Humor besticht und dem Leser Charaktere zeigt, von dem er gerne mehr lesen möchte …

    Nicholas Meller ist ein Anwalt mit viel Zeit. In seiner Kanzlei geben sich die Mandanten nicht unbedingt die Klinke in die Hand. Als sich die hübsche Jurastudentin Nina bei Nicholas vorstellt, die ihr Referendariat in seiner Kanzlei absolvieren möchte, da sie dann noch genügend Zeit zum Lernen hätte, fühlt er sich alles Andere als geschmeichelt. Dennoch stellt er sie ein und Nina bekommt es gleich zu ihrem Einstand mit einem Mordfall zu tun. Nicholas erster Mordfall wohl bemerkt!
    Ein ehemaliger Klient soll seine Frau umgebracht haben. Da dieser nach einer Anzeige wegen häuslicher Gewalt bereits bei der Polizei aktenkundig ist, steht seine Schuld für Kommissar Rongen bombenfest. Nicholas Meller versucht mit aller Kraft die Staatsanwältin davon zu überzeugen, dass sein Klient nur als Sündenbock für den wahren Täter herhalten muss. Scheinbar gab es bereits früher ähnlich geartete Mordfälle und Nicholas findet einschlägige Beweise, die die Anschuldigungen gegen seinen Klienten entkräften.

    In „Angstmörder“ begleiten wir unseren Protagonisten bei seiner Arbeit als Anwalt, daher bekommen wir von der klassischen Ermittlungsarbeit nicht wirklich viel mit. Nicholas Meller ist auch nicht der beste Freund von Kommissar Rongen, was die Zusammenarbeit noch zusätzlich erschwert. Der Aufbau und die Herangehensweise ist diesmal also wirklich etwas ganz Neues für mich und hat mir nach der ersten Skepsis doch ganz gut gefallen.

    Lorenz Stassens Schreibstil ist leicht, flüssig und bildhaft. Die kurzen Kapitel und die kontinuierlich aufgebaute Spannung machen die Geschichte sehr interessant und lesenswert. Dies wird auch durch die wechselnden Perspektiven unterstützt: Nicholas Meller erzählt von sich in der Ich-Form, während wir in den übrigen Kapiteln etwas über die Opfer erfahren und uns eine Sicht auf den Mörder und seine Denkweise geboten wird.

    Auch die Charaktere wurden von Lorenz Stassen sehr liebevoll und authentisch gezeichnet. Jeder einzelne hat seine Eigenheiten, aber auch Ecken und Kanten. Nicholas Meller ist ein toller Protagonist, der mit seinen Kontakten zu russischen Ganoven bei mir doch immer wieder für einen Schmunzler sorgte. Er merkt schnell, dass Nina zwar unter ihrem Handicap mit nur einem Unterarm zur Welt gekommen zu sein leidet, sie dies aber definitiv mit einem präzisen  Verstand wett macht. Zusammen kommen sie dem Mörder auf die Spur, bringen sich dabei selbst in Gefahr!

  • Kolumne | Nachhaltigkeit in der Buchbranche

    Seit Monaten protestieren Menschen weltweit für den Klimaschutz, fordern die Politik ihres Landes zum Handeln auf und erinnern an unsere Verantwortung gegenüber unserem Planeten und dessen Ressourcen. Die Debatte um ökologische Verantwortung macht auch nicht vor der Buchbranche halt!
    Ende 2018 hat diese einen ersten großen Schritt in Richtung „Nachhaltigkeit“ gemacht!

    In der Verlagsbranche geht es vor allem darum, bestehende Wertschöpfungsketten zu hinterfragen und einen kritischen Blick auf eigene Maßstäbe zu setzen. Nachhaltige Produktion beginnt bereits beim ersten Gedanken an ein neues Produkt.

    Die meisten Verlage verwenden sogenanntes FSC-Mix-Papier. Das FSC-Siegel sagt aus, dass mindestens 70% des Papiers aus recyceltem Material bestehen und das Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt. Allerdings werden bei FSC-Mix-zertifizierten Papieren weder Faktoren wie Energie- und Wasserverbrauch noch Material- und Chemikalieneinsätze berücksichtigt.

    Daher legen einige Verlagshäuser ihr Augenmerk mittlerweile auf die Verwendung von Graspapier und setzt auf „Cradle-to-Cradle“ hergestellte Bücher! Das bedeutet: Bis zu 50% der Zellstofffasern des Papiers stammen von Gräsern und nicht von Bäumen. Der Vorteil hierbei ist, dass Grasflächen, im Gegensatz zu Waldgebieten, in Europa ausreichend vorhanden sind, was vor allem kürzere Transportwege und einen geringeren Co2-Ausstoß garantiert. Der Grasanbau erfolgt zudem auf freien Ausgleichsflächen, die derzeit nicht effektiv genutzt werden. Entscheidend ist, dass Graspapier die generelle Nutzung nicht einschränkt und den technischen Anforderungen der Buchherstellung entspricht.

    Auch was die Einschweißfolie bei Büchern betrifft, geschieht mittlerweile ein Umdenkprozess.
    Erste Versuche traten prompt eine große Debatte über den Sinn von Plastikverpackungen los, aus der die Kampagne #ohneFolie entstand.
    Da durch den Transport und die Lagerung eines Buches die Möglichkeit besteht, dass dieses Schaden nimmt, setzen viele Verlage dennoch auf die Verwendung von Einschweißfolie. Rein zum Schutz! Dabei sollte aber auch erwähnt werden, dass diverse Tests der Buchbindereien mit kompostierbaren Folien leider noch keine befriedigenden Lösungen ergeben haben. Die getesteten Produkte verändern sich bei Temperaturschwankungen und müssten zudem wasserabweisender werden, um tatsächlich als Buchschutz eingesetzt zu werden.

    Hierzu gehört auch die Suche nach kompostierbaren Kaschierfolien. Dass die Ökobilanz der Kaschierfolie katastrophal ist, ist ein offenes Geheimnis. Cellophanierte Schutzumschläge sind nichts anderes als mit Folie überzogenes Papier und somit Sondermüll. Also nicht recycelbar!

    An dem Beispiel der Kaschierfolie zeigt sich, wie komplex sich das Thema „Nachhaltigkeit“ in der Buchbranche gestaltet und dass die Einschweißfolie nur die Spitze des Eisbergs ist!

    Immer mehr Verlage, Druckereien und Papierhersteller setzen sich mit einem verantwortungsvolleren Umgang auseinander. Das sind zunächst einmal gute Nachrichten, denn mit jährlich rund 90.000 Neuerscheinungen verantwortet die Buchbranche die Verarbeitung von jeder Menge Ressourcen.

    Fast jeder zweite industriell genutzte Baum wird laut WWF für die Papierherstellung gefällt. Bei grafischen Papieren, wie Büchern und Zeitschriften, werden dabei häufig frische Zellstoffe eingesetzt und bei einem Großteil der in Asien produzierten Kinderbücher fand der WWF auch Tropenholz.

  • „Mord in Babelsberg“ | Susanne Goga

    Autor:  Susanne Goga
    Verlag:  dtv Verlag
    Genre:  Kriminalroman
    4. Fall von Leo Wechsler
    Seitenzahl:  316
    ISBN:  978-3-423-21486-5

    Berlin 1926. In einer eleganten Wohnanlage in Kreuzberg wird die Leiche einer Frau gefunden, die mit einer Scherbe aus rotem Glas erstochen wurde. Die Spuren führen hinter der Kulisse der aufblühenden Filmindustrie Berlins …

    Meine Meinung

    Seit dem letzten Fall sind 3 Jahre vergangen. Leo Wechsler und seine Clara sind mittlerweile glücklich verheiratet und auch dienstlich steht für ihn eine Beförderung an. Da platzt ein neuer Mordfall in die alltägliche Ruhe: In einem Wohnkomplex wird die Leiche einer wunderschönen rothaarigen Frau aufgefunden, der auf grausame Weise die Kehle aufgeschnitten wurde.
    Für Leo beginnen die Ermittlungen erstmal mit einem Schock, hatte er doch vor Jahren eine sexuelle Beziehung zu der Toten. Aus Angst, den Fall entzogen zu bekommen, verschweigt er die Bekanntschaft und verliert dadurch nicht nur fast das Vertrauen seiner engsten Kollegen, sondern auch das von Clara, die natürlich hinter seinem plötzlich sehr seltsamen Verhalten noch ganz andere Dinge vermutet …
    Obwohl kurz darauf ein weiterer Toter aus der Filmbranche auf dieselbe Art und Weise ermordet wird, können die Ermittler zunächst keine Verbindung zwischen den Toten finden. Alles wirkt recht undurchsichtig, bis Leo Wechsler und seine Kollegen eine vermeintliche Zeugin ausfindig machen!

    Auch in diesem Kriminalroman ist es Susanne Goga wieder gelungen das Berlin der 20er Jahre lebendig werden zu lassen. Es ist immer wieder auffällig, wie genau sie die zeitgeschichtlichen Hintergründe recherchiert, denn da stimmt vieles bis ins kleinste Detail: Ob es nun Ernst Gennats richtiger Dienstgrad ist oder man sich die ersten Pläne des Mordbereitschaftswagens anschaut. Aber auch die die geplante Fürstenenteignung und die angestrebte Aufnahme in den Völkerbund finden hier ihre Erwähnung. All das ist beleg- und nachvollziehbar, überlagert aber nicht die Handlung des Kriminalromans.

    „Mord in Babelsberg“ ist das bisher positivste Buch in der Reihe, was natürlich auch an der Grundstimmung im Berlin der damaligen Zeit liegt. War diese in den letzten Bänden noch eher düster und angespannt auf Grund der Inflation und der ungewissen Zukunft, spürt man hier schon deutlich die Aufbruchsstimmung, die durch den wirtschaftlichen Aufschwung und der Möglichkeit, wieder zu leben, statt nur zu überleben.

    Wie schon in den Vorgängerbänden erfahren die Leser auch in dieser Geschichte, wie es privat mit Leo Wechsler und seinen Kollegen Jakob Sonnenschein und Robert Walther weitergeht. Dies verleiht dem Roman neben dem Kriminalfall und geschichtlichem Hintergrund eine dritte sehr persönliche Ebene. Auch in Robert Walthers Privatleben geht es bergauf und Jakob Sonnenschein ist nun glücklich verlobt. Ich fand es schön hier ein wenig mehr Einblicke, als nur die dienstliche Situation der drei Männer zu bekommen.

    Mit „Mord in Babelsberg“ ist Susanne Goga wieder ein spannender und zugleich sehr unterhaltsamer Kriminalroman gelungen. Kaum ausgelesen, freue ich mich schon auf den fünften Fall!

  • „Vaterland“ | Robert Harris

    Titel im Original:  „Fatherland“
    Autor:  Robert Harris
    Aus dem Englischen übersetzt von Hanswilhelm Haefs
    Verlag:  Heyne Verlag
    Genre:  Thriller | Dystopie
    Seitenzahl:  423
    ISBN:  978-3-453-42171-4

    Was, wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte?

    Berlin, 1964.In der Havel treibt die Leiche eines Parteibonzen. Die Kripo wird zurückgepfiffen. Die große Geburtstagsfeier des Führers mit hohen ausländischen Gästen steht in einer Woche an. Ein Skandal ist da nicht gefragt. Kripoermittler März forscht aber auf eigene Faust weiter und stößt auf eine Verschwörung ungeahnten Ausmaßes.

    Meine Meinung

    „Vaterland“ gehört für mich zu Robert Harris Meisterleistungen!
    2002 war dieses Buch mein Erstes des Autoren und ist bis heute noch eine Geschichte, die ich immer wieder gern zur Hand nehme!

    „Vaterland“ ist ein durch und durch düsterer Thriller, der einen totalitären großdeutschen Staat skizziert, welcher alle Merkmale der bedeutenden Dystopien des 20. Jahrhunderts aufweist.
    Adolf Hitler hat den Krieg gewonnen und möchte im Jahre 1964 den „Kalten Krieg“ mit den USA beenden! Klingt für mich nach einem absoluten Horrorszenario!
    Die Geschichte spielt in Großberlin, welches architektonisch dem Größenwahn des Führers angepasst wurde. Hitler beherrscht ganz Europa und hat nur einen ernstzunehmenden Gegner: die Vereinigten Staaten! Nach Jahren des „Kalten Krieges“ stehen die Zeichen auf Entspannung, der Besuch des amerikanischen Präsidenten Joseph Kennedy steht bevor und Adolf Hitler ist kurz vor seinem 75. Geburtstag auf dem Zenit seiner Macht. Basierend auf dieser Ausgangslage ermittelt der SS-Sturmbannführer der Kriminalpolizei Xaver März in einer dubiosen Mordserie und wird immer tiefer in den Sumpf einer Verschwörung gezogen. Mithilfe einer deutsch-amerikanischen Journalistin kommt er einem einzigartigen Verbrechen auf die Spur, welches das Großdeutsche Reich zu Fall bringen könnte …

    Die besondere Bedeutung dieser Erzählung liegt dort, wo in den meisten Fällen nur oberflächliches Wissen über einen sehr unrühmlichen Teil der deutschen Geschichte vorliegt: Die Wannseekonferenz!
    Viele Deutsche, aber auch Österreicher wissen bis heute nicht, um was es bei diesem Zusammentreffen der NS-Spitze ging. Zum einen Vermittelt das Buch ganz unaufdringlich, was seinerzeit Ungeheuerliches ausgeheckt und umgesetzt wurde. Zum Anderen führt uns der Autor ganz eindringlich vor Augen, wie es heute in unserem Lande aussehen könnte, wenn die Alliierten das Regime in den 40er Jahren nicht in die Knie gezwungen hätten. Und da kommt doch ein bisschen Scham darüber auf, wie wenig wir in der Lage gewesen wären, dem Dritten Reich und dem damit einher gehenden Terror selbst ein Ende zu setzen.

    Robert Harris verzichtet in diesem Thriller weitestgehend auf platte Stereotypen und lässt ein realistisches Nachkriegsdeutschland entstehen. Dabei bedient er sich einer sehr rasanten und ausdrucksstarken Erzählweise, die durch starke und eigenwillige Charaktere unterstützt wird.
    Die Geschichte verläuft sehr düster und der Ausgang bleibt bis zur letzten Seite offen, hinterlässt für den Leser aber einen kleinen Hoffnungsschimmer!