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  • „Die stille Bestie“ | Chris Carter

    Titel im Original:  „An Evil Mind“
    Autor:  Chris Carter
    Aus dem Englischen übersetzt von Sybille Uplegger
    Verlag:  Ullstein Verlag
    Genre:  Thriller
    6. Fall von Robert Hunter & Carlos Garcia
    Seitenzahl:  443
    ISBN:  978-3-548-38712-6

    Profiler Robert Hunter vertraute immer nur wenigen Menschen. Eigentlich nur einem: Lucien Folter, seinem Freund aus Studientagen. Bis dieser plötzlich verschwand. Jahre später kommt ein Anruf:  Die Körperteile unzähliger Mordopfer sind aufgetaucht, grausige Trophäen. Angeklagt ist Lucien Folter. Und er will nur mit einem reden:  Robert Hunter!

    Meine Meinung

    Sommer, Sonne, Strand und Meer! Nach seinem letzten nervenaufreibenden Fall sehnt sich Detective Robert Hunter einfach nur noch nach einer Pause! Der Flug nach Hawaii ist bereits gebucht, als ihn ein Anruf seiner Chefin erreicht: Bei einem Autounfall, auf dem Parkplatz eines Dinners, werden im Kofferraum zwei Frauenköpfe gefunden. Nach seiner Verhaftung will der vermeintliche Täter ausschließlich mit Robert Hunter sprechen …
    Überrascht muss dieser feststellen, dass es sich um niemand geringeren als seinen alten Studienfreund Lucien Folter handelt. Er bittet ihn darum, seine Unschuld zu beweisen …
    Zusammen mit dem FBI soll Robert Hunter in Luciens Haus nach Beweisen suchen, doch was sie dort finden, lässt ihm den Atem stocken!

    „Die stille Bestie“ von Chris Carter ist anders, denn der Fall gehört sicher zu Roberts persönlichsten!
    Da es sein Partner Carlos Garcia noch rechtzeitig in den wohlverdienten Urlaub geschafft hat, muss der Detective diesmal alleine ermitteln. Anders als bisher steht der Täter von Anfang an fest und Hunter versucht herauszufinden, was aus seinem alten Freund in den vergangenen Jahren geworden ist.
    Auch in diesem Buch wird uns die Geschichte, wieder von einem auktorialen Erzähler geschildert. Man erfährt dabei nicht nur, wie Detective Hunter seine Ermittlungen angeht, sondern bekommt zudem noch einen guten Einblick in die Denkweise des Täters. Dieser rückt nur mit Informationen raus, wenn er im Gegenzug Fragen stellen darf. Und die betreffen vor allem die Vergangenheit seines Freundes. Aus den vorherigen Fällen wissen wir ja bereits, dass Robert Hunter nicht zu Emotionen oder Ausbrüchen neigt, sondern fast unterkühlt und rational wirkt. In diesem Thriller ist es ganz ähnlich und doch so anders!

    Ich muss gestehen, ich habe mich von Anfang an ziemlich an der Nase herumführen lassen. Chris Carter schickt den Leser mal wieder auf einige falsche Fährten, die sich dann überraschenderweise doch wieder als Sackgassen entpuppen. Die Geschichte erinnert ein bisschen an „Das Schweigen der Lämmer“. Allerdings fand ich die Beschreibungen der Gräueltaten in diesem Band wesentlich angenehmer und erträglicher, das Buch fordert dafür mehr Kopfarbeit. Robert Hunter muss mit sein ganzes Können als Profiler und Psychologe aufwarten, um Lucien Folter auf die Schliche zu kommen. Und dieser versucht mit aller Macht seinen alten Freund aufs Glatteis zu führen. Auch er ist ein hochintelligenter Kopf und hat mit der Planung seiner Morde augenscheinlich schon sehr früh begonnen …

    Und so kam es, dass ich das erste Mal bei einem knallharten und zum Ende hin richtig blutigen Thriller geheult habe wie ein Schlosshund …