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  • Literarische Helden | Ferdinand von Schirach

    Ferdinand von Schirach

    12. Mai 1964 in München
    Deutscher Strafverteidiger, Schriftsteller und Dramatiker

    Ferdinand von Schirach war im Jahre 2019 nicht nur meine absolute Neuentdeckung was seine Bücher betrifft, auch menschlich ist er in meinen Augen eine deutsche Institution mit einer schwierigen Vergangenheit, der sich aber nie von seinem Elternhaus beeinflussen lies, sondern aus seinem Leben wirklich das Beste und Zielführendste heraus geholt hat.

    Der Strafverteidiger und Autor wurde in München geboren. Dort verbrachte er seine ersten vier Lebensjahre, dann zog seine Familie nach Stuttgart um. Er legte sein Abitur im Jesuitenkolleg St. Blasien ab und nach seinem Wehrdienst studierte er Jura in Bonn.
    Zwischen 1992 und 1994 folgten Referendariate am Oberlandesgericht Köln und am Berliner Kammergericht. In Berlin legte er dann auch sein Assessorexamen ab.

    Ferdinand von Schirach eröffnete anschließend in Berlin eine Rechtsanwaltskanzlei und spezialisierte sich auf Strafrecht. Neben viel beachteten Steuerstrafsachen stand beispielsweise auch der SED-Funktionär Günter Schabowski und dem BND-Spion Norbert Juretzko, sowie die Familie des Schauspielers Klaus Kinski auf seiner Mandantenliste.
    In einer der aufsehenerregendsten Steueraffären trat Ferdinand von Schirach auch gegen den Bundesnachrichtendienst an.

    Geht man aber weiter in seine Vergangenheit zurück …
    Ferdinand von Schirach ist der Sohn des Münchner Kaufmanns Robert von Schirach und Enkel des NS-Reichsjugendführer Baldur von Schirach und dessen Gattin Henriette. Einer seiner Urgroßväter war der Hitler-Fotograf Heinrich Hoffman, ein anderer Urgroßvater war Carl von Schirach, der sich als Intendant des Nationaltheaters in Weimar und des Staatstheaters Wiesbaden seinen Namen machte. Schirachs Mutter Elke (geb. Fähndrich) ist die Enkelin des Unternehmers und NS-Polikers Fritz Kiehn. Auf der weiblichen Seite finden wir aber auch Emma Lynah Tillou Bailey Middleton von Schirach, eine der Mitunterzeichner der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung.
    Ich kann mir gut vorstellen, dass gerade in seinen jungen Jahren, während der 60er und 70er Jahre, diese Erbe für den jungen Ferdinand nicht immer leicht zu verstehen und zu tragen gewesen sein muss …

    Über sein Verhältnis zu seinem Großmutter Henriette äußerte er sich:
    „Dass meine Großmutter auch nach dem Krieg, nach den Bildern der Befreiung von Auschwitz, Gegenstände und Kunstwerke von den Behörden herausforderte, die jüdischen Familien geraubt wurden, erfüllt mich mit Scham und Wut. Das ist eine zweite Schuld, eine Wiederholung der furchtbaren Verbrechen, ein erneuter Raub.“

    Mit 45 Jahren veröffentlichte er seine ersten Kurzgeschichten und bereits nach wenigen Jahren zählen seine Bücher weltweit als Bestseller.  Diese erschienen in 40 Ländern und in etlichen Übersetzungen.

    Für mich zählt Ferdinand von Schirach zu den besten Autoren Deutschlands! Er schafft es mit seinen Büchern immer wieder mein eigenes Gedankengut und teilweise auch meine Überzeugung auf den Kopf zu stellen, bringt mich zum nachdenken und zum zweifeln und lässt mich doch nie unbefriedigt zurück. Sein Schreibstil ist klar und prägnant, mit kurzen Sätzen, die genau das an den Leser weitergeben, was sie sollen. Er beschönigt nicht und doch nimmt er den Leser gedanklich immer auf seine Reise mit!

    2009  |  Verbrechen
    2010  |  Schuld
    2011  |  Der Fall Collini
    2012  |  Carl Tohrberg
    2013  |  Tabu
    2014  |  Die Würde ist antastbar
    2016  |  Terror
    2017  |  Die Herzlichkeit der Vernunft
    2018  |  Strafe
    2019  |  Kaffee und Zigaretten

  • Monstera Adansonii

    Pflanzenfamilie:
    Aronstabgewächse (Araceae)

    Tropische Zimmerpflanze aus Südamerika
    Wuchshöhe:  Je nach Kletterhilfe bis zu 10 Meter
    eiförmige Blätter,
    tief eingeschnitten und fiederspaltig

    Vermehrung durch Stecklinge und Teilung

    Blattschmuckpflanze
    Schwierigkeit:  pflegeleicht

    Mai bis September

    Sonniger Standort bis halbschattig.
    Keine direkte Sonnenbestrahlung!
    Temperatur:  20-24°C, hohe Luftfeuchtigkeit
    Tägliches Besprühen, bei niedriger Luftfeuchtigkeit

    Gießen:  Max. 1x / Woche.
    Erde stark antrocknen. Keine Staunässe!
    Keine Ballentrockenheit, dennoch ist weniger Wasser immer besser
    Düngen in der Sommersaison 1-2x pro Monat

    Umtopfen nach der Wintersaison!

    Oktober bis April

    Sonniger Standort bis halbschattig.
    Keine direkte Sonnenbestrahlung!
    Temperatur:  mind. 15 °C, hohe Luftfeuchtigkeit
    Tägliches mehrmals Besprühen

    Gießen:  Max. 1x / Woche.
    Erde stark antrocknen. Keine Staunässe!
    Keine Ballentrockenheit, dennoch ist weniger Wasser immer besser
    Kein Düngen in der Wintersaison

  • „Wir träumten von Kuba“ | Chanel Cleeton

    Rezensionsexemplar
    Vielen Dank an den Verlag!

    Titel im Original:  „When we left Cuba“
    Autor:  Chanel Cleeton
    Aus dem Amerikanischen übersetzt von Jens Plassmann
    Verlag:  Heyne Verlag
    Genre:  Roman
    Kuba-Saga, Band 2
    Seitenzahl:  490
    ISBN:  978-3-453-42380-0

    Palm Beach, 1960: Schon seit einiger Zeit lebt Beatriz Perez mit ihrer Familie in Florida im Exil. Und doch kann sie ihn nicht verwenden – den Verlust ihrer Heimat, ihrer Freunde und den ihres Bruders. Sie ist getrieben von der Sehnsucht nach Havanna und dem Wunsch nach Vergeltung an Castro und seinem Regime. Während die Kluft zwischen Amerika und Kuba immer größer wird, gerät Beatriz zwischen die politischen Fronten, und dann verliebt sie sich auch noch in einen mächtigen Mann, auf den sie sich niemals einlassen darf …

    Meine Meinung

    Die Kuba-Saga geht in die zweite Runde! Ging es im ersten Band der Reihe noch speziell um Elisa Perez und die letzten Tage der Revolution in Kuba, so widmet sich „Wir träumten von Kuba“ ihrer älterer Schwester Beatriz. Die wohl schillerndste und selbstbewussteste der Perez-Schwester!

    Die Familie landet 1960 in Palm Beach, zu einem Leben im Exil verdonnert! Vor allem Beatriz ist getrieben von der Sehnsucht nach Havanna und zerfressen von der Vergeltung an Fidel Castro und dessen Regime, der ihr alles genommen hat: nicht nur das Vermögen und ihr Land, sie macht ihn vor allem für den Tod ihres Bruders verantwortlich.
    Doch Beatriz ist intelligent, schön, und leidenschaftlich! Es dauert nicht lange, bis die ersten wichtigen und einflussreichen Männer der jungen Frau ihre Aufmerksamkeit schenken. Und nicht nur die leidenschaftliche Affäre mit einem Senator, bringt sie in ernste Schwierigkeiten …

    Auch wenn es bereits einige Monate her ist, dass ich „Nächstes Jahr in Havanna“ gelesen habe, bin ich doch wieder wunderbar in die Geschichte hineingerutscht. Der Schreibstil ist nicht nur spannend und mitreißend, er ist bildlich und detailverliebt, dennoch fesselt er den Leser unheimlich in der Erzählung.
    Wie schon im ersten Teil merkt man die persönliche und innige Bindung der Autorin zu ihrem Land. Chanel Cleetons Familie stammt ursprünglich aus Kuba. Wenn ich die Augen schließe, befinde ich mich auf dem Anwesen der Perez. Erlebe Beatriz inmitten ihrer Familie unter der strengen Hand ihrer Mutter. Doch anders als ihre Schwestern ist sie nicht auf eine Heirat und Familie aus. Sie hat ein einziges Ziel – Rache!

    Leider waren aber gerade das die Szenen, die mich etwas zum Nachdenken gebracht haben. Beatriz scheut keine Mittel um an ihr Ziel zu kommen, auch nicht die Zusammenarbeit mit einschlägigen Geheimverbindungen zur amerikanischen Regierung. Beatriz soll zwar nicht die Welt retten, à la James Bond, sie wird aber dennoch als ausschlaggebendes Rädchen im Getriebe dargestellt. Mir persönlich hat die Art und Weise und auch die Wuchtigkeit, die dieses Thema in dem Buch einnimmt leider gar nicht gefallen. Für mich machte es den Anschein, dass unsere Protagonisten mit Evita Perron verglichen werden sollte.

    Auch Geschichtlich betrachtet können wir hier von der Autorin wieder einiges lernen. Zwar nicht so ausschweifend und geradlinig wie noch im ersten Band, aber für Interessierte ist sicher einiges dabei! Gerade was die Machtübername Castros und das Einwirken des frisch gewählten Präsidenten Kennedys auf Kuba angeht, wird in diesem Buch einiges klarer …

  • „Unter Wölfen“ | Alex Beer

    Rezensionsexemplar
    Vielen Dank an den Verlag!

    Autor:  Alex  Beer
    Verlag:  Limes Verlag
    Genre:  Kriminalroman
    1. Fall für Adolf Weissmann
    Seitenzahl:  367
    ISBN:  978-3-8090-2711-9

    Nürnberg, 1942: Isaak Rubinstein, ein jüdischer Antiquar, lebte in ständiger Angst vor den Nationalsozialisten. Deshalb bittet er eine Widerstandskämpferin, ihn und seine Familie in Sicherheit zu bringen. Sie willigt ein, allerdings unter einer Bedingung: Isaak soll die Gestapo infiltrieren und sich als Sonderermittler Adolf Weissmann ausgeben – jenen Mann, der vom Führerhauptquartier beauftragt wurde, einen mysteriösen Mord aufzuklären. Was niemand weiß: Der Kriminalist hat den Anschlag, den die Widerstandsgruppe auf ihn verübt hat, überlebt. Mitten unter Wölfen zieht sich das Netz um Isaak immer weiter zu und die Gefahr, enttarnt zu werden ist allgegenwertig …

    Meine Meinung

    Nachdem schon August Emmerich und sein Kollege Ferdinand Winter zu meinen Liebsten gehören, musste natürlich auch „Unter Wölfen“, der neueste Roman von Alex Beer bei mir einziehen.
    Eine spannende Geschichte, die uns ins Nürnberg der 1942er Jahre führt. Ein jüdischer Antiquar als Schaf im Wolfspelz, der zu seiner eigenen Sicherheit in die Gestapo eingeschleust und als verdeckter Ermittler tätig werden soll. Mitten unter den gefährlichsten und namenhaftesten SS-Offizieren ihrer Zeit …

    Schreibtechnisch liefert Alex Beer wie gewohnt Bestleistung ab. Sprachgewandt, detailverliebt und spannend verliert man sich von der ersten bis zur letzten Seite und man will das Buch auch nicht aus der Hand geben. Eingebettet im damaligen Nürnberg, einer der Hochburgen der Nationalsozialisten, wo es der jüdischen Bevölkerung unter dem fanatischen Antisemiten und Gauleiter Julius Streicher besonders schlimm erging, konnte mich das Setting und auch die atmosphärische Dichte absolut von sich überzeugen und auch die Gefahr, in der Isaak Rubinstein schwebt, war für den Leser konstant zum Greifen nah. Der Roman beschreibt eine fiktive Geschichte, in der zahlreiche historische Fakten verwoben werden. Die Atmosphäre in Nürnberg ist eine Stimmung voller Angst unter den dort verbliebenen Juden, die in Zügen zu tausenden in Richtung Osten abgefertigt werden. Das Grauen, das in der Reichshauptstadt vor sich geht, sorgt für Beklemmung. Die Autorin lässt die menschliche Tragödie auf ihre Leser wirken, so dass das mulmige Gefühl nie so richtig schwindet.

    Was unseren Protagonisten betrifft, hab ich dann doch zwei Kritikpunkte …
    Isaak Rubinstein wird ohne Vorwarnung und ohne besondere Vorbereitungszeit in das Leben des Kriminalsonderermittlers Adolf Weissmann und somit auch ins Hauptquartier der Gestapo geworfen. Es gelingt ihm innerhalb von wenigen Momenten, eine andere Person zu mimen, deren Lebensumstände absolut gar nichts mit den seinen zu tun haben. Hatte man, als jüdischer Mitbürger, 1942 noch das Privileg selbst nicht von den Schikanen der SS betroffen zu sein, musste man dennoch schon so viele Grausamkeiten mitansehen, dass Isaaks professionelles Auftreten und diese Leichtigkeit mit der er Weissmanns Leben übernimmt nicht sehr glaubwürdig rüberkommt. Natürlich denkt unser Protagonist immer wieder über seine Situation nach und wie er die nächsten Tage am besten überstehen soll, aber diese Unsicherheit wird letztendlich nicht in seinem Tun wiedergespiegelt. Irgendwie funktioniert alles etwas zu einfach und zu glatt …
    Nebenbei muss er sich auch noch um die Lösung eines Mordfalls kümmern, der – anders als man es von der Alex Beer kennt – für den Leser eher oberflächlich bleibt und in meinen Augen auch einige logische Denkfehler aufweist. Vielleicht hätten der Erzählung hier noch 50-60 Seiten mehr ganz gut getan …

    Nichts destotrotz freue ich mich über einen zweiten Fall für Adolf Weissmann. Auch wenn „Unter Wölfen“ noch nicht an die bisherigen Kriminalromane der Autorin heranreicht, denke ich doch, dass eine gute und interessante Grundbasis gelegt wurde, auf der man wunderbar aufbauen kann …

  • 2019 – Ein kleiner Rückblick!

    Schon wieder ist ein Jahr vergangen und ich sitze hier, am Morgen des Silvestertags, in meiner Küche und schreibe meinen persönlichen Jahresrückblick!

    2019 ist unglaublich viel passiert! Auch wenn es sich kitschig anhört, aber ich glaube doch, dass ich dieses Jahr endlich dort angekommen bin, wo schon so lange hinwollte …
    Nach wie vor liebe ich meinen neuen Lebensmittelpunkt in Oberösterreich und habe hier viele spannende Leute kennen gelernt, die ich auch nicht mehr missen möchte. Liebe Freunde sind in mein Leben gestolpert und haben ihren Platz in meinem Herzen bekommen und auch nach langer Zeit des Singlelebens, habe ich mich für eine neue Beziehung geöffnet.

    Dann schauen wir uns doch mal mein Jahr rückblickend an …

    Lesetechnisch

    Im Jahr 2019 habe ich insgesamt 124 Bücher gelesen. Das waren in Summe 53.548 gelesene Seiten!
    Durchschnittlich wären dies 147 Seiten pro Tag gewesen.
    Mein stärkster Lesemonat war der Juli mit 6.367 Seiten, wohingegen der November mit 1.496 Seiten mein Schwächster war.

    Ich habe 41 weibliche Autoren und 65 männliche Autoren gelesen.

    Dieses Jahr habe ich überwiegend Hardcover zur Hand genommen! 70 Exemplare an der Zahl …
    Die Taschenbücher mit 31 Exemplaren und die Klappbroschuren mit 23 Exemplaren fallen da leider doch merkbar ab.

    Genretechnisch bin ich natürlich meinen Thrillern, den historischen Romanen und der Belletristik treu geblieben. Ich liebe es nach wie vor lange Reihen zu lesen, auch wenn dieses Jahr viele Einzelbände in mein Regal eingezogen sind.
    Von der Fantasy habe ich mich ein bisschen entfernt und greife nur noch sehr selten und dann auch nur zu ausgewählten Reihen. Ebenso verhält es sich bei den Jugendbüchern.

    Pflanzentechnisch

    Im Jahr 2019 habe ich auch die Pflanzenwelt für mich entdeckt, die auch im neuen Jahr einen wachsenden Platz auf meinen Blog bekommen soll.
    Derzeit darf ich mich jeden Tag um 28 Zimmerpflanzen kümmern. Zum größten Teil sind das tropische Blattschmuckpflanzen, aber auch einige Sukkulenten haben ihren Weg in mein Herz gefunden. Für Kakteen kann ich mich leider immer noch nicht erwärmen, ich befürchte für die bin ich einfach zu tollpatschig und tu mir gefühlt dauernd dran weh.

    Calatheen und Philodendren gehören zu meinen absoluten Lieblingen. Zu Beginn des Winters habe ich mich auch an Syngonien versucht und bin von diesen wunderschönen Pflanzen einfach nur begeistert! Die drei Gattungen sind bei mir definitiv richtig und fühlen sich in meinem Zuhause pudelwohl!

    Alocasien wären ja auch was für mich, aber derzeit zicken die Besten einfach nur rum und machen mir das Leben schwer. Ich hoffe ja, ich bekomme über den nächsten Sommer noch den dreh raus, damit ich das Chaos im nächsten Winter umgehen kann!

    In dem Sinne hoffe ich auf ein ebenso erfolgreiches und schönes Jahr 2020!
    Meine Familie und ich werden das Jahr 2019 heute sehr gemütlich auf der Couch ausklingen lassen, so wie jedes Jahr. Meine Hündin ist alles andere als Schussfest und braucht die Sicherheit in ihrer gewohnten Umgebung. Das ist für mich das Um und Auf an Silvester!

    Ich wünsche euch ein wunderbares neues Jahr und mögen alle eure Vorsätze und Wünsche in Erfüllung gehen!