„Teo“ | Lorenza Gentile

Titel im Original:  „Teo“
Autor:  Lorenza Gentile
Aus dem Italienischen übersetzt von Annette Kopetzki
Verlag:  dtv Verlag
Genre:  Roman
Seitenzahl:  195
ISBN:  978-3-423-28051-8

Ich heiße Teo, ich bin acht Jahre alt, und will mit Napoleon reden.
Ich muss eine wichtige Schlacht gewinnen und er ist der Einzige, der mir dabei helfen kann. Aber wenn ich mit ihm reden will, muss ich sterben, denn Napoleon ist schon tot.

Meine Meinung

Teo ist 8 Jahre alt, als er langsam merkt, wie seine Familie auseinander bricht. Seine Eltern streiten nur noch, in der Familie herrscht täglich Unruhe und seine Schwester scheint immerzu wütend auf ihn zu sein. Doch Teo ist nicht bereit aufzugeben! Allerding sieht er auch ein, dass er für dieses Unterfangen dringend Hilfe von Jemanden benötigt, der jede Schlacht für sich gewinnen konnte. Teos Wahl fällt daher auf Napoleon Bonaparte, dem scheinbar unbezwungenen Feldherrn! Doch wie fragt man einen Toten nach Rat? Von Waterloo hat Teo noch keine Ahnung und St. Helena hält er für Napoleons Rückzugsort nach seinen Schlachten …

Lorenza Gentile bringt uns mit „Teo“ nicht nur einen einfühlsamen und in meinen Augen auch entwaffnend ehrlichen Roman, sie bespricht auch ein sehr schwierigen Thema aus einem für mich noch neuen Blickwinkel. Sie erzählt ihre Geschichte aus der Sicht eines 8-jährigen Kindes und transportiert diese kindliche Gedankenwelt absolut glaubhaft an ihre Leser.
Dies unterstützt der einfache und klare Schreibstil. Die Geschichte entwickelt sich ruhig und gemächlich, was für eine unheimlich schöne Atmosphäre sorgt. Wer aber denkt, das Buch lese sich dadurch mal eben so weg, der irrt sich gewaltig. Mich haben Teos Gedanken sehr bewegt und zum Nachdenken gebracht. Vielleicht sollten wir alle mal etwas mehr an unsere Kinder denken, bevor wir Entscheidungen über deren Köpfe hinweg fällen!

Teo wächst in einem Umfeld auf, das ihm nicht den Zauber seiner Kindheit vermittelt, sondern manch harte Realität der Erwachsenenwelt vor Augen führt. Um seine Eltern glücklich zu machen, versucht er so viel Verantwortung wie möglich auf seine Schultern zu laden und so seinen eigenen Weg zu finden. Nicht jeder Erwachsene fühlt sich der Verantwortung gewachsen, als Elternteil seine Bedürfnisse und Probleme zum Wohle des Kindes zurückzustellen. Teo verkörpert diese Welt sehr gut  und zeigt uns die Probleme durch seine kindlichen Augen. Klar und durchaus schonungslos!
Nicht jede Kindheit verläuft glücklich und behütet und unser Protagonist vermag noch nicht zu verstehen, wieso seine Familie so unglücklich ist. Wie sollte er auch?

Teos Gedanken hatten aber auch die Kraft mich voller staunen den Satz immer und immer wieder lesen zu lassen, weil die gewählten Worte so schön waren. Poetisch, ehrlich und unglaublich klug! Und dann kam auch das Schmunzeln wieder, weil all das dennoch auf eine kindliche und teilweise sehr naive Weise niedergeschrieben wurde …

„Teo“ ist eines dieser Bücher das ich am liebsten jeden Menschen in die Hand drücken möchte, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass es nicht gefallen könnte!

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