„Teufelsfrucht“ | Tom Hillenbrand

Autor:  Tom Hillenbrand
Verlag:  Kiepenheuer & Witsch
Genre:  Kulinarischer Kriminalroman
1. Fall von Xavier Kieffer
Seitenzahl:  298
ISBN:  978-3-462-04287-0

Ein Glas Rivaner, ein Stück Rieslingpastete und bloß nicht zu viel Stress – der Koch Xavier Kieffer führt ein beschauliches Leben in der Luxemburger Unterstadt. Als eines Tages die Leiche eines Gastro-Kritikers in seinem Restaurant liegt, ist es mit der Ruhe vorbei. Der tote Tester, eine mysteriöse Brandserie und das Verschwinden seines ehemaligen Lehrmeisters zwingen Kieffer, auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen. Bei seinen Recherchen, die ihn bis nach Paris und Genf führen, kommt er einem ungeheuerlichen kulinarischen Skandal auf die Spur – und gerät selbst in Lebensgefahr!

Meine Meinung

In „Teufelsfrucht“ liegt der wahre Genuss zwischen genormten Erdbeeren und milchfreiem Laborkäse!

Quetscheflued, Gromperekichelcher, Huisenziwwi und Mummentaart.
Wie, Sie verstehen nicht? Na, dann: Willkommen in Luxemburg! Dem Großherzogtum, dass kochtechnisch erst durch die Sterneköchin Lea Linster bekannt wurde, die weltweit als einzige Frau mit dem goldenen Bocuse ausgezeichnet wurde!

„Teufelsfrucht“ war mein erster kulinarischer Krimi und ich bin absolut begeistert von dem Start in diese Reihe! Hauptprotagonist ist der liebenswerte und gemütliche Koch Xavier Kieffer, der trotz bester Prognosen und Voraussetzungen lieber exzellente Hausmannskost serviert, als sich mit den überbewerteten Sternen der Haute Cuisine herumzuplagen.

Sein Restaurant „Zwei Kirchen“ gilt als Geheimtipp in der Luxemburgischen Unterstadt. Laufkundschaft verirrt sich hier nur sehr selten hin, umso erstaunter ist er, einen schlecht gelaunten Gastrokritiker an seinem Tische zu entdecken. Die Freude allerdings währt nur kurz, denn Agathon Ricard fällt im Schankraum einfach um und bleibt tot liegen. Zunächst tut sich die Polizei mit ihren Ermittlungen schwer, wäre da nicht die auffällige Spur zu Kieffers Ausbilder und Ziehvater. Eine Sackgasse, wie sich bald herausstellt, aber nicht für Xavier! In dessen Ferienhaus findet er in zwei Tupperdosen eine höchst bemerkenswerte Frucht … und damit nimmt die Geschichte erst so richtig Fahrt auf!

Tom Hillenbrand hat hier einen gut durchdachten und spannenden Kriminalroman geschrieben, der uns tief in die Welt der Sterneküche, aber auch in eine Welt aus Schein und Intrigen hineinzieht.  Eine Geschichte mit sympathischen Protagonisten, einer spannenden und ungewöhnlichen Story und sehr viel Humor! Ähnlichkeiten mit dem einen oder anderen wohlbekannten Fernsehkoch sind garantiert und auch die knackigen Seitenhiebe auf die EU-Kommission und „Dr. Frankensteinkäse“ haben diesen Roman für mich zum hochkarätigen Genuss gemacht!

Frank Rosin würde Xaviers Kochkünste wohl als „voll auf die Fresse gekocht“ bezeichnen, was er aber sicher als höchstes Lob gemeint hätte. Küche muss deftig und einfach sein und auch in Xaviers Restaurant wird einfach gut gekocht!

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