„Teuflisches Spiel“ | Linda Castillo

Titel im Original: „Her last Breath“
Autor: Linda Castillo
Aus dem Amerikanischen übersetzt von Helga Augustin
Verlag: Fischer Verlag
Genre: Thriller
5. Fall von Kate Burkholder
Seitenzahl:   349
ISBN: 978-3-596-19613-5

Als das gleißende Scheinwerferlicht des entgegenkommenden Fahrzeug sie blendet, bleibt ihnen nicht einmal mehr die Zeit, um zuschreien. Auf der regennassen Straße im ländlichen Ohio sterben in dieser Nacht drei Menschen. Ein amischer Vater und zwei seiner Kinder.
Als Polizeichefin Kate Burkholder die Unfallstelle genauer untersucht, kommen ihr erste Zweifel: War das wirklich ein Unfall, oder steckt noch etwas anderes dahinter?

Meine Meinung

In Kate Burkholders fünften Fall wird auf regennasser Fahrbahn der Buggy eines amischen Familienvaters von einem Auto erfasst und durch die immense Wucht bis zur Unkenntlichkeit zerstört. Auch seine 3 Kinder waren mit ihm auf der Kutsche. Der Unfallverursacher begeht Fahrerflucht!
Als Kate am Tatort eintrifft findet sie ein Bild des Grauen vor:  Zwei tote Kinder und auch der Vater stirbt noch vor Ort in ihren Armen. Nur der 8-jährige Sohn kämpft noch schwerverletzt um sein Leben und hält mit Kates Hilfe durch, bis der Notarzt eintrifft. Mit Schrecken muss die Polizeichefin feststellen, dass ihre ehemals beste Freundin die Mutter und Ehefrau der Opfer ist. Tief erschüttert macht sie sich daran, den Fall aufzuklären!

Linda Castillo konnte mich wieder durch ihren sehr flüssigen Schreibstil begeistern, der eher ruhig und wenig effektheischend auftritt. Sie legt keinen Wert auf blutige Details und bringt ihrem Leser doch das ganze Grauen der Tat bildlich nahe. Der Thriller geht aufgrund seiner Thematik und den Beweggründen der Protagonisten unter die Haut.

Die Geschichte wird, wie schon in den Bänden zuvor, zum größten Teil aus der Ich-Perspektive der Polizeichefin erzählt. Sie ist dabei eher nüchtern und klar in ihrer Ausdrucksweise. Linda Castillo lässt Kate hier sehr stark zwischen inniger Anteilnahme ihrer Freundin gegenüber und der professionellen Distanziertheit wanken, was mir sehr gut gefallen hat. Wie immer wirken der Fall selbst und die handelnden Personen sehr realitätsnah und glaubwürdig.

Mit dem Fall des Fahrerflüchtigen nicht genug, werden nach 15 Jahren auch die sterblichen Überreste von Daniel Lapp in einem Kornspeicher gefunden. Ein Mann, der Kates Leben binnen weniger Stunden zur Hölle gemacht hat und der nun ihre Gefühlswelt schwanken lässt. Eine sehr neue überraschende Seite an unserer Protagonistin, von der ich gerne mehr sehen würde!

„Teuflisches Spiel“ setzt gekonnt an den Vorgängern an, zeigt große Entwicklungen bei den Charakteren auf und führt die Rahmenhandlung konsequent weiter!

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