„Tod in Blau“ | Susanne Goga

Autor:  Susanne Goga
Verlag:  dtv Verlag
Genre:  Kriminalroman
2. Fall von Leo Wechsler
Seitenzahl:  304
ISBN:  978-3-423-25380-2

Berlin, 1922. Der Maler Arnold Wegner erregt mit seinen provokanten Bildern Bewunderung – und Abscheu. Als er tot in seinem Atelier gefunden wird, führt eine erste Spur Kommissar Wechsler zur dubiosen Asgard-Gesellschaft. Gibt es eine Verbindung zu dem geheimnisvollen Toten, den man kurz zuvor aus dem Landwehrkanal gezogen hat?

Meine Meinung

Wie so oft, musste ich auch bei Leo Wechsler nach beenden des ersten Falls, sofort mit dem Zweiten weitermachen. Und natürlich treffen wir auch in „Tod in Blau“ wieder auf den sympathischen Ermittler …

Ende 1922. Leo Wechsler und sein Team müssen den Mord an dem bekannten Berliner Maler Arnold Wegner aufklären. Ein interessanter Mann, der sich aber bereits so manchen Feind gemacht hat. Er porträtierte seine Auftraggeber nicht immer von ihrer vorteilhaften Seiten:  Sein Markenzeichen war es, Wesenszüge der Personen sehr eigenwillig hervorzuheben. So ließ er aus dem Bauch einer Gräfin Maden hervorquellen …
Zur selben Zeit wird ein Verkäufer für Herrenbekleidung tot aus dem Landwehrkanal gefischt. War es Selbstmord? Ein Unfall? Oder gar Mord? Kommissar Wechsler soll auch hier ermitteln. Eine Spur im Nachlass des Mannes führt zur rechtsextremen Asgard-Gesellschaft und zu einem ihrer führenden Köpfe!

Auch in „Tod in Blau“ erfährt man viele Details über das Leben der reichen Oberschicht, aber vor allem über die schuftende und mit dem Leben kämpfende Berliner Bevölkerung in der Zeit nach dem Ersten Weltkriegs. Die verschiedenen Handlungsstränge führen uns quer durch die gesellschaftlichen Schichten:  Zu den vornehmen Villen der gehobenen Gesellschaft, in die Hinterhöfe und Armenviertel und in die extravagante Künstlerszene der 20er Jahre. Eine faszinierende Momentaufnahme!

Susanne Goga versteht es, die handelnden Personen für mich sehr anschaulich und sympathisch zu charakterisieren. Besonders gut gefallen hat mir die junge Tänzerin Thea Pabst, die durch ausdrucksstarke tänzerische Interpretationen auf sich aufmerksam machte und zudem die Geliebte des ermordeten Malers war. Auch der völlig verwahrloste 12-jährige Paul, der eine ganz eigene Beziehung zu Arnold Wegner aufgebaut hatte, konnte mich mitten ins Herz treffen.

Die kriminalistische Ermittlung und das Privatleben des Kommissars stehen auch in diesem Band wieder in einem ausgewogenen Verhältnis. Leo Wechsler vertieft seine Bekanntschaft mit der Buchhändlerin, wobei schon jetzt dunkle Geheimnisse aus ihrer Vergangenheit auftauchen. Auch die Beziehung seiner Schwester mit einem gutsituierten Kaufmann, bringt die Familie durcheinander. Und als wäre das noch nicht, erkrankt seine Tochter Marie schwer.

Wenn die nächste kriminalistische Zeitreise nach Berlin ansteht bin ich auf jeden Fall wieder mit von der Partie!

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