„Unschuldig“ | Amy Lloyd

Titel im Original:  „The Innocent Wife“
Autor:  Amy Lloyd
Aus dem Englischen übersetzt von Cornelia Röser
Verlag:  btb Verlag
Genre:  Thriller
Seitenzahl:  377
ISBN:  978-3-442-71732-3

Dennis ist ein verurteilter Mörder. Sam ist überzeugt von seiner Unschuld. Gemeinsam mit hunderten Menschen weltweit kämpft sie obsessiv für seine Freilassung – erfolgreich!
Doch wer ist der Mann, den sie zu kennen glaubt? Hält sie der Wahrheit stand?

Rezensionsexemplar – Vielen Dank an den Verlag!

Meine Meinung

Dennis ist ein verurteilter Mörder. Samantha, die sich schon seit ihrer Jugend mit seinem Fall befasst, glaubt jedoch an seine Unschuld. Sie und hunderte andere Menschen weltweit kämpfen in einer groß angelegten Kampagne für seine Freilassung. Onlineforen, Dokumentationen und Bücher liefern immer neue Beweise, die auf Verfahrensfehler seitens der Polizei hindeuten!
Dennis ist attraktiv, charismatisch und zieht alle Blicke auf sich. Trotz der Haft nähern Sam und er sich einander an. Es scheint die große Liebe zu sein! Doch bereits nach der Hochzeit gären in Sam erste Zweifel. Und Dennis kommt tatsächlich frei …

Schon die erste Leseprobe zu „Unschuldig“ hat meine Neugierde geweckt, thematisiert die Autorin Amy Lloyd hier einen doch sehr authentischen Fall von Hybristophilie. Die Liebe einer Frau zu einem Gewaltverbrecher!
Auch wenn das Thema eher „seicht“ angesprochen und in Form eines Thrillers wiedergegeben wird, finde ich doch, dass sie ihre Sache ganz gut gemacht hat. Die Geschichte spielt mit der Psyche des Lesers, den vieles das hier passiert kann man nicht wirklich nachvollziehen.

„Unschuldig“ startet mit dem Briefwechsel zwischen Dennis und Samantha. Ein eher monotoner Einstieg. Wir verfolgen die Geschichte hauptsächlich aus der weiblichen Perspektive von Sam, diese besticht durch eine sehr hysterische und paranoide Charakterzeichnung. Daher weiß man als Leser nie, ob das erzählte wirklich den Tatsachen entspricht oder nur so von ihr wahrgenommen wird. Leider konnte ich mit Sam als Protagonistin auch nicht warm werden. Sie wurde in meinen Augen viel zu übertrieben dargestellt. Im Nachhinein betrachtet liegt das vielleicht auch daran, das ich den Umstand nicht verstehen kann, warum man überhaupt den Kontakt zu einem Mörder sucht. Weder in Briefform, noch persönlich! Um dies zu tun, muss man meiner Meinung nach schon generell ein sehr verdrehtes Wahrnehmungsbild haben.

Amy Lloyds Schreibstil war sehr flüssig und angenehm zu lesen. Die Geschichte nimmt nach und nach an Fahrt auf und die Spannung steigt. Neue Elemente werden der Geschichte hinzugefügt und es entstehen immer mehr Fragen zu den aktuellen Geschehnissen, aber auch zu Dennis Vergangenheit. Beide Seiten werden mit Informationen gefüttert und verwirren den Leser.

Dennoch kam das Ende der Geschichte für mich anders als erwartet. Ich würde den Thriller als ungewöhnlich und speziell beschreiben, der Leser sollte sich auf jeden Fall auf unrealistische und unverständliche Entscheidungen einlassen können …

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