„Wenn die Nacht verstummt“ | Linda Castillo

Titel im Original: „Breaking Silence“
Autor: Linda Castillo
Aus dem Amerikanischen übersetzt von Helga Augustin
Verlag: Fischer Verlag
Genre: Thriller
3. Fall von Kate Burkholder
Seitenzahl:   331
ISBN: 978-3-596-18452-1

Abgeschlachtete Tiere auf der Weide, ein Farmer, der an sein umgekipptes Fuhrwerk gefesselt fast erfriert: In Painter`s Mill häufen sich die Verbrechen gegen die Amischen. Dann werden auf der Farm der Familie Slabaugh drei Leichen in der Güllegrube gefunden:  Vater, Mutter und ein Onkel.
Ist auch dies ein Verbrechen aus Hass gegen die Glaubensgemeinschaft? Oder steckt etwas ganz anderes dahinter?

Polizeichefin Kate Burkholder, die bis zu ihrem 18. Lebensjahr selbst eine Amische war, kennt die Menschen dort nur zu gut. Mit ihrem Freund John Tomasetti löst sie ihren persönlichsten Fall.

Meine Meinung

Nachdem sich Anfang September, durch den ganzen Stress mit meinem kranken Hund und der dadurch aufgestauten Arbeit bei mir eine ziemliche Müdigkeit und Leseunlust durchgesetzt haben, musste schnellsten ein Wohlfühlbuch her. Also folgte im September nach „Blutige Stille“ auch gleich der dritte Fall von Kate Burkholder.

In „Wenn die Nacht verstummt“ müssen sich Kate und ihr Team mit einigen Gewaltdelikten gegenüber der amischen Gemeinde auseinandersetzen. Und natürlich ist auch John Tomasetti in diesem Fall wieder mit involviert. Ausgelöst durch Unverständnis und Verachtung werden die Taten gegenüber den Amischen immer radikaler und unbegreiflicher. Abgeschlachtete Tiere, Schwerstverletzte Männer bis hin zum Mord an den Eltern von vier unschuldigen Kindern. Wie kann der Hass auf eine Gruppe von Minderheiten nur so ausufern?
Kate Burkholder kommt hier ihre Vergangenheit zu Gute. Sie versteht wie die amischen Menschen, fest verankert in ihrer Glaubensgemeinschaft, agieren und reagieren, aber auch wo sie mit deren Hilfe rechnen kann und wo nicht.

„Wenn die Nacht verstummt“ ist sicher einer der ruhigeren Teile dieser Reihe. Nicht was die Geschehnisse und Grausamkeiten angeht, aber wie auch schon im Klappentext angedeutet, zeigt dieses Buch sehr viel mehr Fassetten aus Kates Privatleben, ihrem Charakter und teilweise auch aus ihrer Vergangenheit. Auch was ihre Beziehung zu John Tomasetti angeht, wird für den Leser einiges klarer und durchsichtiger.
Ich finde allerdings nicht, dass diese Passagen die spannende Handlung im Groben stören.

Die blutigen Geschehnisse und vor allem die davon betroffenen Kinder, lassen Kate Burkholder zeitweise die unbedingt notwendige Distanz zwischen Polizistin und Opfern verlieren. Linda Castillo beschreibt die Gefühle der Trauer und ihre Wut auf die Täter sehr realistisch und gefühlvoll.

Obwohl sich so viele Verdächtige anbieten, diese schrecklichen Taten begangen zu haben, kommt es dann im Endeffekt doch ganz anders und noch viel schockierender als man sich vorstellen kann!

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